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Z838 B4503 1811

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Vorre d e.

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Die Bibliothek, von welcher hier zum zweytenmal ein vollständiger Catalog im Drucke er. scheint, hatte sich von ihrem - nur schwachen

Anfange an bey der Reformation, bis ge. gen die Mitte des vorigen Jahrhunderts hin. länglich genug vermehrt, dass damals, um ihre Benutzung desto mehr zu erleichtern, für nöthig erachtet wurde, einen Catalog davon drucken zu lassen.

Dieser erschien im Jahr 1764 in zweyen Bänden mit einem bald darauf folgenden Supplement Im Jahr 1784 kam ein zweytes Supplement heraus, und jetze hätte noch ein drittes und stärkeres gedruckt werden können ; allein der Mangel an vorräthigen Exemplaren des ersten Catalogs, der unbequeme Gebrauch

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so vieler einzelnen Theile, und endlich das Be. gehren von Seiten der Academischen Curatel, dass ein neuer vollständiger gedruckt werden möchte; alle diese Gründe bewogen den Stadtrath desto leichter den Druck eines sol. chen veranstalten zu lassen, da Er, seitdem die Bibliothek Ihm untergeordnet ist, ihre Vermehrung sowohl als ihre Gemeinnützigkeit stets zu befördern gesucht hat.

Die im erstern Catalog befolgte Einrichtung ist bey diesem zweyten in mehrern wesentlichen Puncten abgeändert worden, und hier soll bil. lig angezeigt werden, worinn diese Aenderun. gen bestehen, und warum sie gemacht worden sind. Doch wird dieses, um die Schranken einer Vorrede nicht allzusehr zu überschreiten, ohne grosse Weitläufigkeit geschehen ; mehr Interesse, als eine Abhandlung über die Ein. richtung eines Catalogs zu gewähren vermag, kann bey unserm Publicum die Geschichte der Bibliothek

erregen,

die dieser Vorrede am Ende wird beygefügt werden.

Die grosse Anzahl wissenschaftlich geordneter Cataloge, die einer systematischen Einthei. lung zum Muster dienen können und die zum Theil gegründeten Vortheile einer solchen Einrichtung, mögen für viele hinreichen, diese der alphabetischen vorzuziehen. Indessen scheint, laut der Vorrede des ersten Catalogs, die vom Canzler Bacon entworfene und nachher von d'Alembert, zu der damals neu erschienenen En. cyclopedie, mehr ausgearbeitete Tafel der Abstam mung und Verwandtschaft aller menschlichen Kenntnisse und Wissenschaften, zur Eintheilung des Catalogs nach den Hauptwissenschaften vorzüglich den Anlass gegeben zu haben. Der wesentliche mit jeder wissenschaftlichen Einrich tung verbundene Vortheil ist wohl der, dass man beym Mangel an hinlänglicher Bücherkenntniss nachsuchen kann, was für Werke auf einer Bibliothek über dieses oder jenes Fach vorhanden seyn mögen. Es ist aber zu bemer: ken, dass es bey vielen Büchern nicht so leicht ist zu bestimmen, zu welcher Abtheilung sie ge. hören, und dass eben diese Ungewissheit und Unbestimmtheit auch das Aufsuchen der Bücher erschweret. Zudem sind diese systematischen Eintheilungen beynahe niemals einander völlig gleich und leiden verschiedene Modificationen, je nach der mehr oder weniger grossen Anzahl der Bücher überhaupt, oder der ungleichen Stärke ihrer einzelnen Abtheilungen: so dass derjenige, der ein Buch aufsuchen will, vor allem aus noch von der im Catalog befolgten Einrichtung Kenntniss nehmen muss.

Dieses, und der geäusserte Wunsch beynahe aller derer die unsere Bibliothek am meisten benutzen dass die alphabetische Ordnung befolgt werden möchte, sind vorzüglich die Gründe gewesen, warum bey diesem Catalog diese Einrichtung ist vorgezogen worden. Hiermit will ich keineswegs die alphabetische Ordnung als die ein, zige fehlerfreye ausgeben; es scheint vielmehr, dass keine Bibliothek zu einem bequemen Ge. brauch wohl eingerichtet sey, wenn bey ihr nicht beydes vorhanden ist: ein universal-alphabetischer und ein nach den Wissenschaften mit allen ihren Unterabtheilungen geordneter Cata. log. Der eine gewährt, was dem andern ab. geht, und beyde unterstützen sich wechselseitig.

Wenn das erste. Erforderniss eines alpha. betisch geordneten Catalogs dieses ist, dass die den Titeln der Bücher voran stehenden Namen der Verfasser genau so angezeigt werden wie diese geheissen haben, so ist die Folge davon dię, dass nicht der Genitiv, wie es sonst üblich ist, sondern der Nominativ gebraucht werden muss. Bey den neuern Sprachen, die aus der lateini. schen abstammen, hat dieses keine Schwierigkeit, indem vermöge des bey ihnen angenommenen Artikels der Genitiv mit dem Nominativ gleichlautend ist, beynahe eben so wenig bey den germanischen, wo nur ein s hinzukommt : allein bey der lateinischen geschieht es oft, dass der Zusatz einer ganzen Sylbe im Genitiv den Namen aus der Stelle zu verdrängen vermag die ihm in der alphabetischen Ordnung zukommen sollte, und dass er an eine Stelle versetzt wird, wo er nicht hingehört. Es ist zwar dieser Ge. brauch des Nominativs ein scheinbarer Verstoss gegen die grammatischen Regeln der Sprache, dennoch aber keine Neuerung ohne Beyspiel , denn im Catal. Musei Britannici, Lond. 1795. 2 Vol. fol. ist, wahrscheinlich aus eben diesen Gründen, das nehmliche befolgt worden.

Im erstern Catalog sind den Büchern, die sich durch ihre Seltenheit oder sonst etwas merkwürdiges auszeichnen, theils historische, theils litterarisch-bibliographische Anmerkungen beygefügt worden. Um diesem Plan, den man

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