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mit allen Hälfsmitteln reichlich versehenen Engländer und englischen Nabobs. *)

Indem nun aber der Verf. die germanischen Spröß: linge nach der Folge der europäischen Reiche, die sie gestiftet, und in denen sie sich angesiedelt þaben, auf: zählte, konnte er weder umhin, noch mochte er sich das Vergnügen verfagen, auch die andren in den nåþm: lichen Reichen wohnenden Stammvolfer, als die Galen, Kymcen, Kelten, Wasfen u. f. w. am geho: rigen Orte, nach ihrer Sprache und Literatur durchzu:

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*) Zur Bewährung des eben gesagten, erlauben wir uns, fols

gende Stelle aus einem auffage des verdienftvollen und ges
lebrten Sprachforschers Rudiger hier anzuführen. Da
.Nur, wo die gefallenen Wafferputhen zuerft trockneb Xand
„ entdeckten, und wo ewiger Wachsthum der Palmen und
., anbrer schönen Früchte, dem neu geschaffenen, und in allen
.. spåter erfundenen tünften des Landbaus unerfahrnen Ments
..schen, beftändigen Genuß, und Unterhalt darbot, konnte er
. gedeihen, und nur erst ganz allmählich in niedrinere Thåler
.. und Fältere Himmelsftriche hinabrücken und den Erdboden
„bevölkern. Da entfand denn auch die erste Sprache, und
-, voni

da hat fie fich, besonders gegen Abend, über ganz Eus
„ ropa bis gegen Portugal und Jrland verbreitet. So gehören
„ zu ihren Dichtern, 12 Judische, 7 Medisch : Perfische, 2

Arnautisch - Albanische, 7 Griechische, 18 Lateinische, 14 ..Slavische, 18 Gothisch Deutsche und 6 Speltisch Galifche » Sprachen und Mundarten; und man kann deren åberbaupt „ wohl hundert rechnen.“

S. G. C. Su app's Neuere Geschichte der Evangelischen Niffionsanstalten in Oftinbien, 66stes Stud. Halle, mais fonbaus, 1816, S. 528 H. 29.

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nehmen. Denn einerseits, sind diese ro wenig opne Einfluß auf die Sprache, der ihnen benachbarten, teutfchredenden Stämme geblieben, als fich Spuren von dieser in der ibrigen nachweisen laffen: andrerseits bildete aber auch die ganze sogenannte romantische Lite: ratur und Dichtung des Mittelalters, ein so einiges und vielfach verschlungenes, unter fich verbundenes Ganze, daß fie gar nicht einmal ohne gründliche Kennt: niß der verschiedenen Sprachen, dieser mit und neben einander wohnenden Volksståmme, erforscht und durchdacht werden kann. Denn ein Bekenntniß des Glaubens, eine Unterordnung unter ein den meisten unsichtbares aber doch nicht minder verehrtes geistliches Haupt, beugte felbst die wildesten, zornmuthigften, hochfahrendsten Gemüther , und, ließ neben einem wahr: haften aus dem Herzen quellenden Gottesdienste, nur das reine, allen gemeine Gefühl für Ehre, Recht und Schuß des Schwachen, Wehrlosen, aufkommen, alle gepåffigen, der Habsucht und Begehrlichkeit frohnen: den leidenschaften bezwingend und zu Boden drückend.

Ueberdies hofft der Verf., durch den gleich auf dem Titel dieses Versuchs gebrauchten Ausdruck, „Alter:

thümer der Reiche germanischen Ursprungs u. f. w.“, schon darauf hingewiesen zu haben, daß hier auch die Ulterthümer der Reiche und nicht bloß der Völker ger: manischen Ursprungs, betrachtet werden sollen, und zwar nicht allein die Sprach:, sondern auch die Sach: Afterthümer. .Leider ist es aber fast unmöglich ges. worden, die. lekten mit der nåhmlichen Volstån: digkeit wie die ersten abzubandlen. Denn so wie eines: tþeils dieser Zweig der literatur, wegen der , zu seinem Studium erforderlichen, seltneren und kosibaren

, Kupferwerke, viel schwieriger zu verfolgen und zu vers ; vollkommnen ist, so þat andrentheils der Verfasser erst, 1Þåterhin, auch auf dieses Fach, als Ergänzung des Studiums der Sprach: Alterthümer überhaupt, ge: nøgende Rücksicht genommen.

Zum Schlusle moge nur noch der Wunsch dastehn, daß uns recht bald die Freude werde, eine åbnliche, aber vollständigere Uebersicht der råmmtlichen Sprachen, des, wenn gleich in weiter Entfernung der Abstammung, dem teutschen doch verwandten, flavifchen i Sprach stamms, der so glücklich ist, in der slas vonischen Kirchensprache, noch ein Ubbild des ges; meinschaftlichen Urquells vor Augen zu gaben, ans licht treten zu sehn, um unsre Kenntnisse dieses Stamms nnd seiner Verbindung mit dem unsrigen, zu erweitern und zu berichtigen. Ein Wunsch, der wohl nur von Wien der teutschen Kaiserstadt aus, bey; der Zahl der dort lebenden Kenntniß: und Hülfsmittels reichen Månner, zur Gnuge befriedigt werden kann.

Hamburg iin December 1816.

I. Gothisch.

A. prachdenkmåler. Uifila’s gothische Bibelübersegung, mit latein. Uebers

segung, Anmerkungen, Sprachlehre u. Glossar, herausgeg.

von J. C. Zahn. Leipzig, Barth, 805, 4to. Ulphilae Versio Gothica Epistol. Pauli ad Romanos,

ex Cod. Guelpherbytano edid. F. A. Knittel.

Braunschweig, Waisenhaus, 762, 4to. Delfelben the Gothic and English Gospel of St.

Matthews, from the Codex Argenteus by Henshall. London, 807, 8vo.

B. Húlfsmittel. Joh. ab Ihre Scripta Versionem Ulphilanam illustrana

tia, edid. A. F. Büsching. Berlin, 773, 4to. Derselbe de Gothis Graeciae Aboriginibus. Upsal,

. 767, 4to. Joh. Adolph Schinmeyer's Geschichte d. schwedischen

Bibelübersegungen, 4 Stücke. Flensburg, Korte, 777-81,4to. 3. S. Semler's Versuch einer. Erläuterung einer alten

Spur der Gothischen Uebersegung. Kalle, 764, 4to. J. C. Zahn's Versuch einer Erläuterung der gothischen Sprache

überreste in Neapel u. Arezzo. Braunschweig, Vieweg, 804, 4to.

II. Nordifdhe Sprachen.

1. Jóländisch.
A. Sprach denkmåler.

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A. E. Afzelii Specimina III Poeseos gentium septen

trionalium antiquissimae. Upsal 799, 4to. Altnordische Lieder und Sagen zum Fabelkreis des

Heldenbuchs und der Nibelungen gehörig, (Sámunds
Edda) herausgegeben von S. s. v. D. Hagen. Berlin,

Spener 812, 8vo.
Ultnordische Lieder 'und Sagen zum Fabelkreis des

Heldenbuchs und der Nibelungen gehörig (Jüngere Edda,
Volsunga, Blómsturwalla und Ragner: Lodbroks Saga)
herausgegeben von F. K. v. 0. Sagen. Breslau, Grab

u. Barth, o. J. (1813) 8vo. Anecdoton historiam Sverreri Norvegiae Regis illu

strans, e Cod. Membr. Bibl. Arnaeo - Magnaeano,
c. vers. lat. et comment. edid. E. C. Werlauff.

Kopenhagen, Rangel, 815, 8vo.
Biörnonis de Skardsa Annales, Islandice et Latine,

c. Nott. Vol. II. Hrappsey, 774, 75, 4to. Brandkrossa Thattr, Anecdoton Islandicum, c. vers. latina et

et introduct. edid. Birger Thorlacius. Kopenhagen, Schultz, 816, Fol. Dominicale, thad er Gudspiöll og Pistlar. Solum, 1. Fyolldor Erickssyn, 750, 8vo. Edda, Lieder der álteren, herausgeg. u. erklärt v. J. u

W. C. Grimm, ister Band. Berlin, Realschulbuch.

815, 8vo. Edda rhythmica s. antiqua, Saemundina dicta, ex

Legat. Arna - Magnaeano, P. Ima. Kopenhagen, 787, 4to.

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