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II.

Hört die Hochzeitsglocken hell
Golden hell!

Welch unendlich füßes Glück verkündet ihr Geschwell!
Durch die Balsamluft der Nacht
Wie es tönt in süßer Pracht!

Welch ein holdes, gold'nes Lied,
Süß betont,
Wonnereich hinüber zieht

Zu der Turteltaube drüben, die da sicht

--

Nach dem Mond!

Aus des Thurmes enger Zell'

Wie so voll ertönet doch der Glocken süß Geschwell!

Wie so schnell,
Wie so hell

Tönt es, künft'gen Glückes Quell !
Das Entzücken sein Gesell

Bei dem Schwingen und dem Klingen,
Das so hell, hell, hell,

Das so hell, hell, hell, hell,

Hell, hell, hell

Bei den Sängen und den Klängen, süß und hell!

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III.

Hear the loud alarum bells

Brazen bells!

What a tale of terror, now, their turbulency tells!
In the startled ear of night

How they scream out their affright!
Too much horrified to speak,
They can only shriek, shriek,
Out of tune,

In a clamorous appealing to the mercy of the fire,
In a mad expostulation with the deaf and frantic fire,
Leaping higher, higher, higher,
With a desperate desire,

And a resolute endeavor,
Now-now to sit or never,
By the side of the pale-faced moon.
Oh, the bells, bells, bells!
What a tale their terror tells
Of Despair!

How they clang, and clash, and roar!
What a horror they outpour

On the bosom of the palpitating air!

III.

Hört die Sturmesglocken grell
Ehern grell!

Welch ein namenloses Weh verkündet ihr Gegell!
In das bange Ohr der Nacht,

Wie ihr Winseln tönt mit Macht !
Ohne Sang und ohne Klang
Wimmern sie jest bang bang,
Schmerzbetont!

Bald um Gnade wimmernd, winselnd, bei dem unheilvollen Feuer,
Bald sich wuthentbrannt ereifernd mit dem tauben, tollen Feuer,
Das da freier, freier, freier
Aufthürmt sich zum Ungeheuer
Und entschloss'ner strebet immer,
Jezt zu ruhen, oder nimmer,
Droben bei dem bleichen Mond!

wie grell, grell, grell,
Doch der Glocken wild Gegell
Jeho ruft!

Wie es ächzt und krächzt und brüllt!
Wie mit Schauder es erfüllt

Und mit namenlosem Klaggeschrei die Luft!

Yet the ear it fully knows,
By the twanging,
And the clanging,

How the danger ebbs and flows;
Yet the ear distinctly tells,
In the jangling,

And the wrangling,

How the danger sinks and swells,

By the sinking or the swelling in the anger of the bells— Of the bells

Of the bells, bells, bells, bells,

Bells, bells, bells

In the clamor and the clangor of the bells!

IV.

Hear the tolling of the bells-
Iron bells!

What a world of solemn thought their monody compels!

In the silence of the night,

How we shiver with affright

At the melancholy menace of their tone!

Doch erräth das Ohr es leicht,
Bei dem Gellen
Und dem Bellen,

Wie das Feuer fällt und steigt;
Dennoch merkt das Ohr es schnell,
Bei dem Dröhnen

Und dem Stöhnen,

Ob es sinke oder schwell';

Bei dem Sinken oder Schwellen in der Glocken Sturmgebell,

Das so grell

Das so grell, grell, grell, grell,

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Grell, grell, grell

Bei dem Aechzen und dem Krächzen wild und grell!

IV.

Hört die Todtenglocken grell —
Eisern grell!

O wie ernst und feierlich ertönet ihr Geschwell!
In dem Schweigen dunkler Nacht
Welch ein Schaudern doch erwacht
Bei der Glocken melancholischem Gedröhn!

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