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“Ως επίλοιτο και άλλος, ότις τοιαύτα γε ρίζει!

Hom. Oorss. A. v. 47.

GEDRUCKT IN DIESEM JAHRE.

Teterob. 1814

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Es war im Sommer 1799, als der Doctor Joseph

Hager von Leipzig, wo er seine Nachricht einer litterarischen Betrügerei herausgegeben hatte, nach Berlin kam. Ich machte damahls seine Bekannt schaft durch Herrn Professor Fessler, und er schien erfreut, jemanden zu finden, der sich mit der Chi. nesischen Sprache und Litteratur beschäftigte. Er erzählte, dass er Arabisch und Türkisch in der Orientalischen Academie zu Wien studiert, und bei seinem letzten Aufenthalte in Leipzig den Ent. schluss gefasst habe das Chinesische zu erlernen. Dort befinde sich in der Sammlung des Herrn Breitkopf Bayer's Museum Sinicum und ein klei. nes Ssan-dsú - kim benanntes Büchelchen, welches er benutzt habe, und jetzt ersuche er mich, ihn mit den Schätzen der Königlichen Bibliothek be. kannt zu machen. Wir begaben uns daher am andern Tage zum Herrn Bibliothekar Biester, der ihn mit seiner gewöhnlichen Zuvorkommenheit in der Bibliothek herum führte, und die Benutzung der Chinesischen Handschriften erlaubte. Wir arbeiteten nun gemeinschaftlich in der Manuscriptenkammer, und ich unterrichtete Herrn Hager in dem wenigen, was ich damahls selbst von der Chinesischen Sprache und Schrift wusste; denn

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erst ein Jahr früher hatte ich angefangen sie zu studieren.

Nach einigen Wochen kam Hager zu mir, und ersuchte mich ihn am andern Morgen zu besuchen, weil er mit mir Dinge von der grössten Wichtigkeit abzureden habe. Kaum war ich bei ihm eingetreten, so verschloss er die Thür und rückte mit

seinem Geheimnisse hervor. Die Ausfiihrung des Vorschlags, den ich Ihnen machen will,

muss uns viel Geld und viele Ehre einbringen, ,, und ich glaube daher, dass sie nicht abgeneigt sein werden, sich dazu mit mir zu verbinden. Wir wollen nämlich ein Chinesisches Wörterbuch herausgeben, und ich werde durch meinen Bruder in Wien, der sehr gut bei der regieren

den Kaiserin steht, es dahin zu bringen suchen, dass diese erhabene Monarchin die Kosten dazu hergiebt." Dies waren seine Worte. Ich machte ihm gleich die Einwendung, dass wir beide durchaus nicht hinlängliche Kenntnisse zu einer solchen Unternehmung besässen, und sie sich mehr für einen Veteranen in der Chinesischen Litteratur schicke, als für einen Anfänger, der sich kaum mit den Elementarcaracteren bekannt gemacht habe. Allein er war von seiner Idee nicht abzubrin. gen, und behauptete, man könne mit Hülfe von Diaz und Menzels handschriftlichen Wörterbü. chern ein neues machen; oder eins von beiden herausgeben, und bat mich inständigst ihn bei seiner: Unternehmung nicht zu verlassen. Ich willigte also endlich ein, blos um zu sehen, wie weit er wohl damit kommen würde. Allein schon nach einigen Tagen erkaltete sein Eifer, und er arbeitete auf der Bibliothek an einer lateinischen Wi

derlegung der Wunder des alten Testaments; in der er bewies, dass man doch jetzt trockenen Fusses durch das rothe Meer gehen könne, und dergleichen mehr. Kurz darauf schickte ich mich zu einer Reise durch das mittlere Deutschland an, die ich mit Herrn Fessler machte, und liess Hagern in Berlin. Wie gross war aber sein Erstaunen, als ich ihn bei meiner Rückkunft nicht mehr fand. Er war, wie es hiess, nach England gereist. Bald nachher aber erfuhr ich, dass er sich noch in Hamburg aufhalte; wo er sich mit anderen Arbeiten beschäftigte, und dann nach London ging

Kaum war nun Hager in England angelangt, so erschienen schon von ihm Proposals for publishing by subscription, in one large volume, folio, a dictionary of the Chinese language by J. Hager D. D. *) und alle Englische Journalisten, Reviewers und Magazinisten verkündigten die Chinesische Gelehrsamkeit des Chinesisch schreiben lernenden Doctors. Doch musste er schon damahls Leute finden, die einigen Zweifel in seine durch nichts bewiesene Kenntnisse setzen, und dies scheint ihn bewogen zu haben mit seiner Explanation of the elementary Characters of the Chinese im folgenden Jahre 1801 ans Licht zu treten. Nun fing das Posaunen der Journalisten erst recht an, man war in London stolz darauf, aus den Englischen Pressen die erste Explanation der Chinesischen

*) Diese Ankündigung stand weitläuftiger in den Journalen,

wo er unter andern versprach, nach Beendigung des Wör. terbuchs der nothwendigsten Caractere, einen Anbång aller im Hai-pien oder Su-hai befindlichen, so wie auch aller, alten auf Inschriften vorkommenden, zu liefern !!!

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