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Paris nicht wohl in seiner Haut war, sieht man auch daraus, dass er 1805, als eine Russische Gesandtschaft nach China gehen sollte, sich nach Petersburg wandte, um bei derselben angestellt zu werden. Daraus ward aber nichts. Ehe er Pa- . ris verliefs, beschenkte er uns noch mit einem Pantheon Chinois, welcher aber nichts enthält, was uns seine Kenntnisse im Chinesischen hätte beweisen können. Im Gegentheil giebt er in der Vorrede zu erkennen, dafs' er das Studium dieser Sprache aufgebe, weil er zu anderen Geschäften berufen sei, und dergleichen mehr.

Er hat es indessen doch niemahls unterlassen können, wo sich ihm nur Gelegenheit darbot, sich als einen Kenner der Chinesischen Litteratur geltend zu machen. In dem Streite zwischen Dr. Montucci und de Guignes dem Jüngeren wollte er auch eine Stimme haben, und klatschte, wie gewöhnlich, im Intelligenz-Blatt der Jenaischen Allgemeinen Litteraturzeitung, und nöthigte Herrn von Zach wider Willen einen Hagerisch gedachten, aber mit deutschen Worten geschriebenen Brief, in seine monatliche Correspondenz einrücken zu lassen.

Diesen Unfug konnte man nur bis auf einen gewissen Punkt dulden. Schon in meinem zweiten Schreiben an Sinologus Berolinensis (St. Petersburg den 4 October 1810) hatte ich mehrere grobe Fehler in seiner Numismatique Chinoise gerügt, und ihm eine Generalkritik aller seiner

près le très - laconique rapport des commissaires chargés d'examiner le résultat de son travail pendant plus de cinq années, il fut remercié, et l'entreprise abandonnée. (Alphabet Mantchou. pag. VIII.)

Werke versprochen, wenn er noch einmahl in Angelegenheiten der Chinesischen Litteratur den Mund öffne. Dies hat er seitdem mehrere mahle gethan, und ich muss wohl endlich mein gegebenes Wort halten.

Liber scriptus proferetur,
In quo totum continetur,
Unde Hager judicetur.
Quid est miser nunc dicturus,
Quem patronum rogaturus?

Minime quum sit securus. Ich werde nun alle seine Werke nach der chronologischen Ordnung durchgehen und die darin vorkommenden Fehler und Missverständnisse anzeigen. Hierbei muss ich bemerken, dass ich mich in gegenwärtiger Schrift der Portugiesischen Art die Chinesischen Sylben zu schreiben bedie- . ne, doch mit einigen Ausnahmen. Das aspirirte p, i' und k werde ich immer durch ph, th und kh ausdrücken. Statt ch setze ich dsh, statt chi mit der Aspiration tsch, statt ç ein ds und statt ç aspirirt ein z, und süi wird durch szii ausgedrückt. Statt ö schreibe ich ů.

Da Herr Dr. Montucci in seinen Remarques philologiqués hinlänglich bewiesen hat, dass die Chinesen nur vier Accente haben, und die

gen wöhnliche Theorie. von fiinfen ein Irrthum der Missionaire sei; so halte ich es auch nur für nöthig viere zu bezeichnen, und dies thue ich folgendermassen.

Der gleiche Ton Fphim ist die natürliche Aussprache aller Wörter, und diesem gebe ich daher keine besondere Bezeichnung.

Pag. XXV.

鹿賽 - 購
寶寶


矩 矩

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Pag. XXXVII. liefert er aus der angeführten Japanischen Encyclopädie die Inschrift des , die er nachher in Paris besonders herausgegeben hat. Sie ist, weil er sie nicht gezeichnet hat, richtig, aber ihr Titel, den er abgeschrieben, enthält, ausser dem immer schlecht ausgefallenen Buchstaben

p. 15) noch zwei andere, die durchaus falsch sind, nämlich :

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碑 绍 銘

für

Die pag. XX. gegebene Vorstellung der vier und sechzig Hexagramme aus dem Y- kim, hat Hager aus dem zweiten Bande der Mémoirs concernant les Chinois pag. 189 genommen." Um aber das Ansehen zu haben etwas neues zu liefern,

|

liels er den mittleren Buchstaben eines jeden, weiss auf schwarzem Grunde drucken, welches in jenem Werke nicht der Fall ist. Noch listiger wollte er seyn, und veränderte ihre Ordnung, damit man glauben solle, er hätte sie aus einem Chinesischen Originale entlehnt. Aber hier fing sich der Fuchs, denn diese Hexagramme haben ihre bestimmte Ordnung, die überall, wo sie nur abgebildet werden, gleich ist; namentlich in den Lu-kim-thu, aus welchen die Jesuiten ihre Vorstellung genommen haben, die aber Hager folgendermassen veränderte: Hagers I Octogon ist bei den Missionairen I. II

VIII. III

VII.
IV

II.
V

· VI. VI

III. VII

IV. VIII

V. Wie fehlerhaft ausserdem noch seine Abbildung ist, hat Herr Dr. Montucci in den Letters on Chinese literature (p. 22.) mit der grössten Genauigkeit erwiesen, und Neugierige können sich dort überzeugen, dass Hager nicht einmahl richtig copieren konnte. Nebenbei will ich noch bemerken, dass bei ihm Nr. III. verkehrt eingesetzt ist, und der mittlere Buchstabe von Nr. V. vom Holzschneider so gravirt worden, dass man ihn gegen einen Spiegel halten muss, um ihn richtig zu sehen.

Pag. XXII ertappen wir wieder den gelehrten Doctor auf einer dicken Ignoranz. Indem er von den alten Schriftzeichen, mit welchen das Lobgedicht des Kaisers Khien-lum gedruckt ist, spricht,

sagt er: These characters bear different names, according to the several objects from which they are taken. One kind, for instance, is called

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letters, resembling precious stones. Hier wollte er diesen Namen proprio Marte, ohne eine Chinesische Vorschrift zu haben, aus Amiots Französischer Übersetzung, in Chinesische Caractere um

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schreiben; hat aber statt Midshu den Buchstaben ** *) gebraucht. Wir wollen versu

chen den Grund dieses Verstofses aufzufinden. Die Schriftart heisst Mandshuisch Gu-i-zikdenn'. ge fukdsinn'ga chergen; dies übersetzte Amiot durch lettres primitives telles que des troncs de pierres précieuses, weil er nicht die rechte Bedeutung des neuen Wortes ziktenn'ge wusste, sondern an zikten (Stamm) dachte. Ziktenn'ge aber bedeutet, wie im Chinesischen Dshú, Stäbchen. -dshú-tschuèn, also, sind alte Buchstaben in Gestalt (aus dem theuren Stein) verfertigter Stäbchen

Pag. XXXI. behauptet er, dass das Mandshu, the language spoken at Pe-king sei, was doch offenbar falsch ist, den der bei weitem grösste Theil der Einwohner dieser Residenz spricht Chinesisch, und nach den neuesten Nachrichten, die wir von daher erhalten haben, sind die Mandshu

*) Dshu. Arboris truncus, numerale arborum.

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